Lärche – Königin der Wandelbarkeit

 

Wie wunderschön und kraftvoll die Lärche ist.

 

Sie ist eine Königin, die in den Bergen ihre Heimat weiss. Eine ihrer augenfälligsten Besonderheiten ist ihr intensives Mitgehen mit den Jahreszeiten. Sie ist der einzige heimische Nadelbaum, der sich im Herbst verfärbt und seine Nadeln abwirft. So verzaubert sie uns mit herbstlich goldenen Gebirgswald-Stimmungen, bevor sie sich im Winter völlig zurückzieht und in ihrem puren Gerippe dasteht. Wenn ihre Nadeln nach dem langen Winter endlich wieder zu spriessen beginnen (grosses Bild oben), strotzt sie nur so vor Lebendigkeit und Frische und verkündet freudvoll das Aufatmen des Frühlings. Ihre Nadeln sind zart und weich und bleiben auch über den Sommer deutlich heller als die der anderen Nadelbäume.

 

Die Wandelbarkeit der Lärche spiegelt sich auch in ihrem gesamten Lebenzyklus: Die jungen Lärchen strahlen eine unschuldige Reinheit und Harmonie aus. Durch ihre nach oben geschwungenen Äste wirken sie freudig tänzerisch. Ihr helles, durchscheinendes Nadelkleid mutet ätherisch-sphärisch an. So wirken sie wie Traumtänzerinnen, voller verspielter Sanftheit. Die Nadeln und frischen Triebe tragen die Signatur des Sternenhimmels. – Ja, sie ist wahrlich mystisch.

 

Und das nicht minder, wenn sie in ihrem stolzen Alter steht: Lärchen können bis über 50 Meter hoch werden und über 600 Jahre alt. Majestätische Wesen, archaisch, wild, den rohen Nat-Ur-kräften strotzend. Frostige Kälte, grosse Schneemengen, Stürme, Gewitter, Blitzeinschläge, sengende Sommerhitze – mit all diesen Gezeiten der Elemente geht die Lärche mit und bleibt dabei aufrecht stehen. Auch wenn sie noch so heftig vom Leben gezeichnet wird, mit der Zeit vielleicht schief, knorrig und zerzaust, so lässt sie sich in ihrer aufrichtenden Kraft und Würde nicht knicken. Ihre Widerstandsfähigkeit zeigt sich indes in ihrem überaus harten und robusten Holz.

 

Die Lärche liebt es Grenzgängerin zu sein. Sie findet sich ganz zuoberst, wo sich die letzten Bäume in das Hochgebirge vorwagen. Mal thront sie auf einem Felsen, dann steht sie zuunterst in einer lichten Schlucht am Wasser. Sie kann grossflächige Wälder bilden und ebenso eine Einzelgängerin sein.

 

· > > ·  Als wahre Meisterin der Wandelbarkeit und Selbstbestimmung kostet die Lärche ihr volles Daseins-Spektrum aus. Sie ermutigt dazu, ein/e König/in im eigenen Universum zu sein. Sich zu erlauben, alles zu sein – ganz zu sein  · ·

 

 

In alpenländischen Sagen wird erzählt, dass bei den Lärchen die saligen Frauen wohnen. Geheimnissvolle Waldfeen, die den Menschen wohlgesinnt sind und mit Rat und Weisheit zur Seite stehen. Sie sind allerdings scheu und wild zugleich. Und wenn man nicht vorsichtig genug ist, können sie gerne auch mal neckisch oder gleich wieder aus dem Staub sein. Tatsächlich etwa so stelle ich mir das Lärchen-Fraueli meines engadiner Grossonkels (Bild oben) vor. Urige Berggestalten und Tierfiguren zu schnitzen war seine Passion.

 

Die Lärche bereichert auch Küche und Hausapotheke. Die jungen Nadeln und Triebe können als Küchengewürz, in Tees und Bädern integriert werden. Der erdig klärende Lärchenduft lässt uns tief durchatmen und entspannen. Aus dem kostbaren Harz werden kräftige Salben gerührt – früher und mancherorts bis heute ein wichtiges Allerheilmittel für Mensch und Tier. Lärchenbalsam wird vorwiegend als Wund-, Rheuma- und Zugsalbe eingesetzt und bei Erkältungen und Husten auf die Brust aufgetragen. (Informiere dich gerne selbstverantwortlich über Rezepte und Anwendungen).

 

Die für mich wundervollste Harzsalbe der Welt stellt meine liebe Freundin Adelheid Maria Herzog her. Sie ist eine ganz wunderbare Kräuterfrau und lebt im "Tal der Lärchen" – im Val Müstair.

 

So hoffe ich, deine Neugier auf dieses besondere Baumwesen etwas geweckt zu haben. Ich empfinde Sie als eine sehr kostbare Begleiterin der jetzigen Zeit. Viel Freude bei deinen eigenen Begegnungen und Entdeckungen mit der Lärche.

 

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Ardavië | Sabina Tschumi | info@ardavie.ch

 

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