Tata und der Hirsch

 

Wir nannten unsere Grossmutter Tata. In ihrer Welt fühlte ich mich geborgen. Eine Welt, einfach, erdig, bescheiden. Ein Band, gewirkt aus Herzlichkeit und Schalk. Sie war keine Kräuterfrau. Und doch begleitet sie mich weiter durch bestimmte Pflanzen. Zwei davon sind passenderweise bekannte Ahnenpflanzen: Der Löwenzahn, der sehr stark die Symbolik der Wurzel und Verwurzelung in sich trägt. Der so bezeichnend für den ewigen Zyklus von Vergehen und Werden steht. Der Holunder. Mit dem seit alter Zeit die Übergänge der Geburt und des Sterbens begleitet werden. Und dann ist da besonders auch die Rose. Tata und die Rose gehören für mich einfach zusammen.

 

Sie liebte den Herbst. Und sie liebte den Hirsch. So manches Mal kamen in den Winternächten die Hirsche in ihren Garten. "Der Hirsch war heute da!", erzählte sie bewegt. Sie wusste auch, wo sich die Hirsche draussen in der Natur aufhielten. Und so nahm sie uns mit an den Waldrand und wir warteten gemeinsam, bis sie sich in der Dämmerung zeigten. – Welch magische Wesen. Zutiefst verbunden mit den Kräften der Erde und des Himmels. Stets von neuem bereit, das mit Stolz getragene Geweih in Demut loszulassen. Vertrauend in den ureigenen Zyklus. In die wiederkehrende, aus sich heraus schöpferische Kraft. Wegbereiter, Lichtbringer, Herzheiler. So viele Berührungen. So viele Verbindungen.

 

 

Ich danke meinen Vorfahren für ihren Weg. Ja, ihren gesamten Weg. Es gab auch harte Zeiten, Herausforderungen, Schicksalsschläge. Der Weg jeder Ahnenlinie ist mit Steinen versetzt. Mit Hürden und Hindernissen, die sich mitunter auch in unserem Inneren wiederfinden. Wir begegnen darin zumeist unseren eigenen tiefgreifendsten Ent-lern-, Ent-wicklungs-, ja Ent-faltungs-feldern.

 

Gleichsam ist jede Herkunft durchdrungen von einer ganz besonderen Kraft. Von besonderen Gaben und Fähigkeiten. Von einer besonderen Verbundenheit zum Leben. Durch jede Wurzel strömt ein Fluss aus Lebenskraft, die in ihrer unversehrten Essenz nährend, liebend, segnend ist. Deren wahrer Wunsch einzig unser Gedeihen und Erblühen ist.

 

Erkennst du, fühlst du, die besondere Kraft deiner Wurzeln?

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Susan (Dienstag, 01 März 2022 23:10)

    Liebe Sabina so schön deine Zeilen und Worte. Ich wünsche dir auf deinen weiteren Wegen viel Freude und Harmonie. Alles Liebe

  • #2

    Sabina (Donnerstag, 03 März 2022 16:55)

    Liebe Susan, wie schön von dir zu lesen! Ich wünsche auch dir alles Liebe und eine wunderbare Zeit!

 

Ardavië | Sabina Tschumi | info@ardavie.ch

 

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© Copyright 2020-21.  Alle Rechte Vorbehalten.  Gestaltung, Fotos und Texte: Sabina Tschumi.  Portrait-Fotos: Talitha Violetta Gloor