Beerenschmaus

 

In den Übergangszeiten des Jahres zeigen sich die Hecken in ihrem ganzem Zauber. Im Frühling läuten die ersten Sträucher und Büsche mit ihrer fröhlichen Blütenpracht den Beginn der Vegetationszeit ein. Im Herbst sind es die Fülle und Vielfalt der bunten Beeren, die alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Hecke (der Hag) ist ein Symbol des Überganges und des Schutzes. Sie grenzte früher das bekannte Land vom unbekannten ab. Und so galt sie als Zwischenbereich von Heimat und Fremde.

 

Einige der Heckenpflanzen tragen Dornen und bieten somit einen wertvollen Rückzug für Brutvögel. Auch im Volksbrauchtum wurden die dornigen Heckenpflanzen seit jeher als Schutzpflanzen eingesetzt. So brachte man die Dornenzweige zum Schutz des Heimes an Türen und Eingängen an. Ebenso wurden von manchen Pflanzen Blüten, Blätter und teilweise auch Beeren verräuchert, mit dem Zweck jegliches Unheil abzuwenden.

 

Viele der Heckenpflanzen werden bis heute volksmedizinisch eingesetzt. In der Komplementärmedizin ist vor allem den Weissdorn als Herzmittel-Beruhigungsmittel bekannt. Immer mehr werden auch die essbaren Heckenbeeren wieder neu entdeckt und aufgrund ihrer gesunden Inhaltsstoffe (v.a. Vitamine und Antioxidantien) hoch geschätzt. Es gibt unzählige Möglichkeiten, diese tollen Immun-Bömbeli zu geniessen. Hier findest du meine Lieblingszubereitungen:

 

  • Schlehe: Aus den Schlehen kann man sehr leckere "heimische Oliven" herstellen: 1kg Schlehen sammeln, waschen und in ein Glas geben. 1l Wasser mit 250g Salz und mediterranen Gewürzen (Salbei, Oregano, Rosmarin...) aufkochen und etwas abkühlen lassen. Anschliessend den Sud über die Oliven geben und das Glas verschliessen. 8 Wochen ziehen lassen. Dann die Salzlake abgiessen, die Oliven mit Wasser spülen, abtrocknen lassen, wieder ins Glas geben und mit Olivenöl auffüllen. Evtl. Gewürze dazugeben. 14 Tage stehen lassen. Wie echte Oliven geniessen. Mmmmm....
  • Berberitze: Auf ein Tuch auslegen und trocknen lassen. Als Vitamin-C reiche Beigabe für Müesli, Salate, Couscous, zu Reis.
  • Weissdorn: Im Frühling Blüten und Blätter auf ein Tuch auslegen und trocknen. Im Herbst Früchte ebenfalls trocknen. Die drei Komponenten zusammen ergeben einen wunderbaren Beruhigungstee.
  • Hagebutte: Am liebsten esse ich die Hagebutte direkt vom Strauch: Trockene Spitze abnehmen und das Fruchtmus aus der entstandenen Öffnung (ohne Kernen) rausdrücken und direkt als frische Vitamin-C Bombe geniessen. Für Tee: frische Beeren aufschneiden, Kerne entfernen, trocknen lassen.
  • Wachholder: Die Beeren und ein paar Zweige an der Luft trocken. Ergibt eine wundervoll riechende, reinigende Winter-Räuchermischung.
  • Kornelkirsche: Aus der Kornelkirsche lässt sich eine ausgezeichnet schmeckende Marmelade kochen. In der Saison hole ich mir am Morgen gerne direkt vom Strauch ein paar Beeren, die ich roh dem Müesli/Porridge beigebe.

 

Bitte behutsam und in kleinen Mengen sammeln. Es gibt leider immer weniger heimische Hecken. Die Vögel sind auf diese wichtige Nahrung angewiesen. Herzlichen Dank und viel Freude beim Entdecken und Ausprobieren.

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Ardavië | Sabina Tschumi | info@ardavie.ch

Ardavië

 

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© 2021.  Alle Rechte Vorbehalten.  Fotos und Texte: Sabina Tschumi.  Portrait-Fotos: Talitha Violetta Gloor