Im Buch der Natur lesen

 

Wie begegne ich der Natur?

Wie nehme ich mich selbst in ihrem Spiegel wahr?

 

Die Natur ist wie ein grosses Buch, das zum Lesen und Erleben unzähliger Geschichten einlädt. Je nach Brille, die wir aufsetzen, tauchen wir in ganz unterschiedliche Welten ein.

 

Bei mir war es die Geografie, die mich erstmals an ein ganz bewusstes naturwissenschaftliches "Lesen der Landschaft" heranführte. Welche Bewegungen sind in der Landschaft passiert? Welche Böden haben sich daraus gebildet? Und auf welchen Bodenstandorten haben sich welche Pflanzen angesiedelt? Das Vorkommen von bestimmten Pflanzen an bestimmten Standorten ermöglicht Rückschlüsse auf die erdkundliche Entstehungsgeschichte des  Ortes.

 

Eine andere Perspektive eröffnete sich mir in der Landwirtschaft: Aus agronomischer Sicht geben die vor Ort auffindbaren Pflanzen stets einen Hinweis auf die Art und Weise der Bewirtschaftung. Wurde die entsprechende Wiese oder Weide stark oder schwach gedüngt? Wurde häufig oder selten gemäht bzw. geweidet? All dies verraten allein die Pflanzen, die an diesem Standort vorkommen. Keine Pflanze wächst per Zufall an dem Ort, an dem sie steht. Jede hat ihre Spezialitäten und Aufgaben. Das kann beispielsweise das Lockern eines verdichteten Bodens sein oder das Aufnehmen und somit Ausleiten von hohen Nährstoffmengen.

 

In der Pflanzenheilkunde treten die Heilkräfte der Natur in den Vordergrund. "Husten, Blasenentzündung, Tinktur, Salbe..." murmelt es dann beim Spaziergang über die Wiesen. In der feinstofflichen Pflanzenheilkunde geht es noch etwas weiter. Hier ist es nicht mehr der Verstand, der erfasst, sondern das Herz: Was nehme ich in mir wahr, wenn ich einer bestimmten Pflanze begegne? Welche Assoziationen, Bilder, Gedanken und Stimmungen kommen auf? Diese Art der Naturbegegnung lässt sich auch auf die Landschaft übertragen: Wie fühle ich mich an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Gegenden? Welche Elemente in der Landschaft tragen dazu bei, dass ich mich gestärkt und inspiriert fühle, oder eher eng und unwohl?

 

Die Möglichkeiten im grossen Buch der Natur zu lesen sind uneingeschränkt vielfältig. Welche Brille trage ich heute? Welche neue Brille möchte ich einmal ausprobieren? Verstandesbrillen – Herzensbrillen – beides darf sein, darf sich zusammenfügen und komplementieren.

 

Neu-Entdeckung und Wieder-Erinnerung zugleich.

 

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Ardavië | Sabina Saviera | info@ardavie.ch

 

 

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© Copyright 2020-24.  Alle Rechte Vorbehalten.  Gestaltung, Fotos und Texte: Sabina Saviera.  Portrait-Fotos: Talitha Violetta Gloor